Geschäftsfahrzeuge – Neuregelung Privatanteil

07.12.2021

Ab dem 1. Januar 2022 steigt der Privatanteil für die private Nutzung eines Geschäftsfahrzeuges von jährlich 9.6% auf 10.8%.

Per 1. Januar 2016 wurde eine wichtige Finanzierungsmassnahme von FABI (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur) in Kraft gesetzt, nämlich die Begrenzung des Fahrkostenabzugs. Die Einführung von FABI führte auch zu zusätzlichem Administrationsaufwand und Erklärungsbedarf. Aufgrund der Motion Ettlin wurden nun der administrative Aufwand reduziert, im Gegenzug dafür der Privatanteil von jährlich 9.6% auf 10.8% bzw. monatlich 0.8% auf 0.9% erhöht. Dafür muss neu in der privaten Steuererklärung der Arbeitsweg nicht mehr deklariert werden.

Diese Neuregelung wird sowohl Gewinner als auch Verlierer hervorbringen. Wir weisen darauf hin, dass alternativ auch die Methode der effektiven Ermittlung, bspw. mit einem digitalen Fahrtenbuch, möglich ist.

Aber Achtung: diese Erhöhung des Privatanteils wird auch Auswirkungen auf andere Bereiche haben. Beispielsweise die Abwicklung der Mehrwertsteuer und Sozialversicherungen, Quellensteuern, Deklaration in den Lohnausweisen, gegebenenfalls aber auch auf Arbeitsverträge und interne Reglemente.

Dazu ein Berechnungsbeispiel für den Kanton Bern:

Ausgangslage:
Der Kaufpreis des Fahrzeugs beträgt exkl. MWST CHF 90'000 und wird primär für geschäftliche Fahrten, vor allem Kundenbesuche, verwendet, aber auch für private Fahrten und den Arbeitsweg von täglich 70 Kilometer. Als Variante nehmen wir einmal einen Aussendienstanteil von 5% (Variante 1, z.B. Mitglied der Geschäftsleitung) und einmal von 100% (Variante 2, z.B. Verkaufsberater).

Die Berechnung zeigt deutlich den Einfluss auf den Privatanteil.

Noch ist die Geschichte nicht zu Ende: Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates hat im September 2020 ein Postulat eingereicht betreffend Reduzierung der Bemessungsgrundlage bei Geschäftsfahrzeugen mit null Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer im Betrieb.


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